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DWD Synoptische Übersicht Mittelfrist
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S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T M I T T E L F R I S T ausgegeben am Mittwoch, den 22.02.2012 um 10.30 UTC Antizyklonale West- bis Nordwestlage. Nur vereinzelt Niederschläge und diese bevorzugt im Nordosten und Osten. Tagsüber recht mild, in den Nächten bei klarem Himmel weiterhin leichter, an den Alpen und im östlichen Mittelgebirgsraum teils auch mäßiger Frost. __________________________________________________________ Synoptische Entwicklung bis zum Mittwoch, den 29.02.2012 Deutschland liegt zunächst unter einer nordwestlichen Strömung, die durch einen Langwellentrog über Osteuropa und einen sich über Westeuropa aufwölbenden Höhenrücken gebildet wird. Mit der Ausweitung des osteuropäischen Troges nach Süden und der Annäherung des westeuropäischen Höhenrückens steilt die Strömung über Mitteleuropa weiter auf und dreht zu Wochenbeginn sogar auf Nord. Mit dieser gelangt in den Osten und bis zu den Alpen kältere Luft Diese Gebiete werden auch durch frontale Prozesse beeinflusst, so dass es dort wiederholt zu Niederschlägen von meist geringer Intensität kommt. In den Mittelgebirgen fällt dabei Schnee, wobei die Schneefallgrenze zumindest zeitweise bis in mittlere Lagen absinkt. In Staulagen vor allem an den östlichen Mittelgebirgen und am Alpenrand kann noch einiges an Neuschnee zusammenkommen. An den Alpen sind bis Dienstagfrüh bis 30 Zentimeter Neuschnee vorstellbar. Nach Westen hin überwiegt antizyklonaler Einfluss, so dass dort nur geringe Niederschläge auftreten; im Lee der Mittelgebirge bleibt es dagegen weitgehend niederschlagsfrei. Bis Wochenmitte wandelt sich der Höhenrücken in ein blockierendes Höhenhoch um, das sich über Frankreich etabliert. Das korrespondierende Bodenhoch schiebt einen Keil nach West- und Süddeutschland. Hierdurch verstärkt sich auch nach Osten hin der antizyklonale Einfluss, was dort ebenfalls zu einem Nachlassen der Niederschläge führt. Vorher kann aber noch ein weiterer Kurzwellentrog nach Süden ablaufen, der am Dienstag noch einmal zu einer deutlichen Windzunahme führen kann. Bei vielfach geringer Bewölkung ist ein hoher Tagesgang der Temperatur zu erwarten. In den Nächten muss bei klarem Himmel weiterhin mit leichtem, an den Alpen und im östlichen Mittelgebirgsraum vor allem in schneebedeckten Gebieten auch mit mäßigem Frost gerechnet werden. __________________________________________________________ Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs Bis einschließlich Montag ergeben sich keine prognoserelevanten Unterschiede zwischen den einzelnen Modellläufen. Ab Dienstag lassen sich Differenzen herausarbeiten, die durchaus zu einem anderen Wetterablauf führen können. So wird von Lauf zu Lauf der Höhenrücken mehr in Richtung Mitteleuropa "verschoben". Wird dieser Rücken vom gestrigen 00 UTC-Lauf noch vor Westeuropa gezeigt, liegt nach dem aktuellsten Lauf dessen Achse bereits knapp 1000 km weiter östlich. Dabei wird von den beiden "jüngeren" Läufen ein Kurzwellentrog gezeigt, der in der nördlichen bis nordwestlichen Strömung nach Süden abläuft. Dieser hält im Osten auch zu Wochenbeginn das Niederschlagsgeschehen noch aufrecht. Bis Mittwoch weiten sich die genannten Modellunterschiede aus. Wurde vom gestrigen 00 UTC-Lauf noch eine Lage im Bereich der von Nordwest nach Südost orientierten Frontalzone gesehen, gelangt nach dem aktuellsten Modelllauf Deutschland vollständig in den Einflussbereich des blockierenden Höhenhochs. Im erweiterten mittelfristigen Vorhersagezeitraum verlagert sich der Schwerpunkt des blockierenden Höhenhochs zu den Westalpen und von dort aus allmählich nach Süden, so dass das nördliche Mitteleuropa eher wieder in den Bereich der Frontalzone gelangt. Ansätze einer Blockierung waren auch beim gestrigen 00 UTC-Lauf zu finden, wogegen der 12 UTC-Lauf eine eher nördliche Westlage zeigte. __________________________________________________________ Vergleich mit anderen globalen Modellen Der Übergang zur Wochenmitte hin zu einer Blockierungslage lässt sich auch nach GFS und nach dem Modell des australischen Wetterdienstes ableiten. GME, das kanadische Modell und auch EGRR belassen es bei einer antizyklonalen West- bzw. Nordwestlage. Im erweiterten mittelfristigen Vorhersagezeitraum stellt sich nach EZMW nach der Blockierungssituation wieder eine antizyklonale Westlage ein. GFS hält die Blockierungssituation aufrecht, verschiebt aber das blockierende Hoch in den Ostseeraum. Demnach würde sich für den größten Teil Deutschlands eine östliche bodennahe Komponente ausbilden, mit welcher wieder kältere Luft advehiert werden würde. Dies würde durch einen nach Skandinavien gerichteten Höhenrücken gestützt werden. Das kanadische Modell setzt ebenfalls auf eine Blockierung, lässt aber im Gegensatz zum EZMW das blockierende Hoch nach Südosteuropa wandern. Das Modell des australischen Wetterdienstes entwickelt das blockierende Hoch über dem Baltikum und Westrussland, was ebenfalls eine östliche bodennahe Komponente zur Folge hätte. Allerdings ist hier der "Rückhalt" durch die Höhe nicht so ausgeprägt wie beim GFS. __________________________________________________________ Bewertung der Ensemblevorhersagen Das EPS des GFS folgt bis einschließlich Montag weitgehend der beschriebenen Entwicklung. Die Rauchfahnen divergieren nur wenig. Danach setzt zwar die Übergroße Mehrzahl der Einzelläufe sowohl beim aktuellen als auch bei weiter zurück liegenden Modellläufen auf eine Erwärmung im Bereich des blockierenden Hochs. Temperaturen im 850 hPa-Niveau zwischen -5 und -10 Grad, was auf ein "Comeback" des Winters hindeuten würde, ist nur von 1 bis 2 Einzellösungen (nach Osten hin etwas häufiger) zu finden. Der Aufbau eines blockierenden Hochs über dem Ostseeraum und Südskandinavien wird etwa von der Hälfte der EPS-Member ins Spiel gebracht. Diese Version war bereits beim gestrigen 06 UTC-Lauf favorisiert worden. Bei den nachfolgenden Läufen (gestern 12 und 18 UTC) war von diesem Hoch kaum etwas zu finden. Das Clustering gemäß Großwetterlagen zeigt über den gesamten Vorhersagezeitraum antizyklonale West- bzw. Nordwestlagen, wobei erst nach dem aktuellsten Lauf antizyklonale Nordostlagen zu finden sind. Das EPS des kanadischen Modells ist weitgehend mit dem EPS des GFS vergleichbar. Es fehlen nur die "Ausreißer" hin zu tieferen Temperaturen. Dies ist umso überraschender, da beim EPS des kanadischen Modells gewöhnlich der Spread größer ist als beim EPS des GFS. Aus beiden EPS lässt sich aber ableiten, dass für ein "Comeback" des Winters keine belastbaren Signal zu finden sind. Nach dem EPS des EZMW divergieren bereits ab dem 5. Folgetag die Einzellösungen deutlich. Ab dem 7. Folgetag sind die beiden ungestörten Läufe auf der warmen Seite, im erweiterten mittelfristigen Vorhersagezeitraum am äußersten warmen Rand der Verteilung zu finden. Dies war bei den beiden weiter zurückliegenden Modellläufen des EZMW nicht so ausgeprägt, würde aber dafür sprechen, dass die Blockierung noch nicht "in trockenen Tüchern" ist. Das Clustering liefert in allen 5 Clustern eine mehr oder weniger deutlich ausgeprägte Blockierung, die bis in den erweiterten mittelfristigen Vorhersagezeitraum hinein andauert. Dabei wird die deterministische GFS-Variante durch 7 Einzellösungen gestützt. Bemerkenswert ist, dass eine nicht zu unterschätzende Anzahl von Einzelläufen (etwa 8 Stück) am Dienstag im Zusammenhang mit einem nach Süd-Südost ablaufenden Sekundärtrog erneut einen kräftigen Gradienten liefert. Demnach wären dann im Bergland sowie an der Küste erneut Sturmböen möglich. Im deterministischen Lauf ist hiervon nichts zu finden. Das Clustering gemäß Großwetterlagen zeigt ebenfalls ausschließlich antizyklonale Situationen. Antizyklonale Nordostlagen werden zwar auch von früheren Läufen, verstärkt aber vom aktuellsten Lauf simuliert. _________________________________________________________ Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen Am Samstag und mit geringerer Wahrscheinlichkeit auch am Dienstag besteht im Norden und Osten sowie am Dienstag zum Teil auch in den mittleren Gebieten die Gefahr von Sturmböen, in exponierten Lagen sind auch schwere Sturmböen möglich. Ansonsten sollten Böen bis Sturmstärke auf exponierte Lagen an der Küste und im höheren Bergland beschränkt bleiben. Im Laufe des Samstags gehen im östlichen Mittelgebirgsraum und danach auch an den Alpen bis in mittlere Lagen die Niederschläge wieder in Schnee über. Während am Sonntag in den Staulagen der (östlichen) Mittelgebirge nur wenige Zentimeter Neuschnee zusammenkommen, sind am östlichen Alpenrand mehr als 10 Zentimeter Neuschnee möglich. Am Montag und Dienstag sind jeweils in den Staulagen der östlichen Mittelgebirge um 10, an den Alpen auch mehr als 15 Zentimeter Neuschnee möglich. Sollte am Dienstag der Wind auffrischen, besteht außerdem die Gefahr von Schneeverwehungen. Während an den östlichen Mittelgebirgen ab Mittwoch wahrscheinlich die Schneefälle nachlassen, ist dies an den Alpen wahrscheinlich erst im Laufe des Donnerstags der Fall. Strenger Nachtfrost ist zu Wochenbeginn auf den Alpenrand begrenzt, kann dann zur Wochenmitte hin aber auch im Bereich der östlichen Mittelgebirge auftreten, wobei hierfür die Wahrscheinlichkeit relativ gering ist. ________________________________________________________ Basis für Mittelfristvorhersage MOS(EZMW) + EPS ________________________________________________________ VBZ Offenbach / Dipl. Met. Thomas Schumann Quelle: DWD |
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