DWD Synoptische Übersicht Kurzfrist
 

SXEU31 DWAV 221800
S Y N O P T I S C H E   Ü B E R S I C H T   K U R Z F R I S T
ausgegeben am Mittwoch, den 22.02.2012 um 18 UTC


Markante Wettererscheinungen:
Gefahr von Eisglätte in den Frühstunden des Donnerstag im südlichen Deutschland.

Synoptische Entwicklung bis Samstag 12 UTC
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Aktuell ... fällt der Luftdruck in Mitteleuropa kräftig und reagiert damit darauf, dass 
die Frontalzone über dem nördlichen Mitteleuropa und Südskandinavien südwärts ausgreift. 
Damit einher geht eine deutliche Gradientverschärfung über der Nordhälfte Deutschlands. 
Diese findet statt, währenddessen sich das Tiefdruckzentrum von der Nordspitze Schottlands
über die nördliche Nordsee ostwärts verlagert. Das zugehörige Frontensystem okkludiert 
laut Prognose in den nächsten Stunden zügig. 
 
Donnerstag ... Das teilokkludierte Frontensystem eines Sturmtiefs mit Kern über 
Südskandinavien überquert in den ersten Stunden des Tages den Nordwesten und Norden des 
Landes mit Regen. Davor frischt der Wind in Böen stark bis stürmisch auf, an der 
nordfriesischen Küste sind schwere Sturmböen aus Südwest zu erwarten. Nach Durchzug der 
Front nimmt der Wind allerdings rasch ab.
Auf seinem weiteren Weg nach Südosten können im Vorfeld des Frontensystems die 
Niederschläge auf entsprechend kaltem Boden gefrieren und damit zu Eisglätte führen. Dies 
ist in Teilen der Südhälfte Deutschlands wahrscheinlich der Fall. Die Schneephase dürfte 
sich dagegen nicht bis in die Niederungen durchsetzen, da die atmosphärische Schichtung in
der unteren Atmosphäre durchgehend deutlich positive Temperaturen aufweist. 
Das teilokkludierte Frontensystem erreicht bis zum Mittag den Alpennordrand, geht dort 
aber nach Westen hin alsbald wieder in die Warmfront eines Islandtiefs über. Diese 
Warmfront überquert am Abend und in der Nacht Deutschland ostwärts uns sorgt dabei im 
Norden für ungewöhnlich milde Temperaturen, die im Süden bei weitem nicht erreicht werden.
Dennoch zeichnet sich auch dort erstmals eine frostfreie Nacht ab. 

Freitag ... Während zumindest der Norden und die Mitte Deutschland zunächst im Zustrom 
milder Meeresluft liegen, zieht in den ersten Tagesstunden bereits eine Kaltfront von 
Nordwesten heran. Auf ihrer Rückseite strömt  wieder etwas kühlere Luft über die Nordsee 
ein. Auch diese Front kommt in der Nacht zu Samstag mit etwas Regen bis an den 
Alpennordrand voran. Auf ihrer Rückseite lockert die Bewölkung rasch auf, teilweise wird 
der Himmel klar. In der Nordosthälfte weht dabei ein frischer bis starker, an der Küste 
stürmischer West-Nordwestwind. Daher ist dort die Gefahr von Glätte durch überfrierende 
Nässe als gering einzuschätzen.
Zum Abend hin nimmt der Wind dann mit Annäherung eines Boden- und Höhentroges von der 
nördlichen Nordsee her weiter zu.
 
Samstag ... Während sich in der Höhe die Nordwest-Südost orientierte Frontalzone vom 
nördlichen Deutschland aus nach Süden verschiebt, bleibt dort das Strömungsmuster am Boden
immer noch antizyklonal geprägt. Dagegen herrschen, je weiter man nach Nordosten 
fortschreitet, zunehmend zyklonale Verhältnisse. Starker Nordwestwind mit stürmischen Böen
verstärkt zum Ende des VHS-Zeitraumes verstärkt seinen Einfluss auf den äußersten Norden 
und Nordosten Deutschlands. Er resultiert aus dem Boden- und Höhentrog eines Sturmtiefs 
über Skandinavien, die bis dahin über der westlichen Ostsee angelangt sind.   


Modellvergleich und -einschätzung
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Auch die übrigen Modelle zeigen im Kurzfristzeitraum eine ganz ähnliche Simulation der 
atmosphärischen Strömung, so dass ein hoher Vertrauensgrad bezüglich der synoptischen 
Strukturen besteht.


Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. R. Hering-Zieringer 

Quelle: DWD
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